Barcamp Thema: "Der Mensch ist zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Fliegen" - OMG, das kann doch nicht alles sein!"

Stefan Atze / Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Nordkirche (KDA)

Dr. Stefan Atze ist wissenschaftlicher Referent beim Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der Nordkirche (KDA). Nach dem Studium der Evangelischen Theologie in Wien und Hamburg, der Promotion an der Universität Wien und einem MBA-Studium an der Copenhagen Business School war er als Assistent an verschiedenen Hochschulen tätig. Seit 2015 ist er bei der Evangelischen Kirche in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern tätig. Sein Themenschwerpunkt sind ethische Fragen und Belange der Arbeits- und Wirtschaftswelt.

 

Interview

 

1) Was bedeutet der Konferenzclaim „Arbeitszeit ist Lebenszeit“ für Dein persönliches Leben?

Unzählige Stunden unseres Lebens verbringen wir mit Arbeit. Und das ist gut so – müsste ich als Fachvertreter der lutherischen Arbeitsethik eigentlich sagen. „Beruf“ hängt eng zusammen mit Berufung. Und das hat daher immer auch eine geistige Dimension, die den Mensch als Ganzes betrifft. Da, wo Arbeitszeit einfach nur Lebenszeit frisst, läuft etwas falsch: Denn Arbeit ist ein Gemeinschaftswerk zur Erfüllung für den Arbeitenden und zum Nutzen für Mitmenschen und Gesellschaft.

 

2) Dein Berufswunsch als Kind? Und in welchen Beruf würdest Du heutzutage gern einmal hineinschauen (unabhängig von der Ausbildung / Möglichkeit)?

„Darf’s ein bisschen mehr sein?!“ – Als Kind wollte ich unbedingt Schlachter werden und den Betrieb meiner Eltern übernehmen. Dann ist aber alles irgendwie anders gekommen. Heute frage ich mich aber schon manchmal, ob das nicht vielleicht doch eine gute Idee gewesen wäre.

 

3) Wie sorgst Du für Erholungs- oder Entspannungspausen an Deinem (Arbeits)Tag oder in anstrengenden Arbeitswochen?

Ganz einfach: Täglich 15 Minuten Büro-Schlaf und eine klare Abgrenzung von Arbeitszeit und Freizeit.

 

4) Welche Werte machen für Dich eine positive Unternehmenskultur aus?

Eine „gute“ Unternehmenskultur ist eine Kultur der Verantwortung. Das heißt für mich, dass ein Unternehmen Verantwortung in dreierlei Hinsicht leben muss: Verantwortung für das gesellschaftliche Umfeld, eine verantwortliche Leitungs- und Führungskultur sowie die Möglichkeit für alle Mitarbeiter*innen, selbst bei ihrer Arbeit Verantwortung wahrnehmen zu können und darin gefördert zu werden.