Bar Camp Thema: Lebenszeit ist „Arbeitszeit“ - eine Chance durch Mitarbeiterführung AUCH sich selbst zu sehen

Ingolf F. Kropp / Rechtsanwalt

Ingolf F. Kropp ist Rechtsanwalt, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Partner in einer aus Rechtsanwälten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern bestehenden Kanzlei. Er hat neben den Rechtswissenschaften auch Publizistik und Kommunikationswissenschaften studiert. Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist er in sozialen Projekten und auch im Coachingbereich engagiert. Ebenso wirkt er an der Gestaltung von Gottesdiensten in einer zur Evangelischen Landeskirche gehörenden Gemeinde mit. Damit schlägt er für sich und andere in ganzheitlicher Betrachtungsweise immer wieder eine Brücke zwischen Spiritualität und praktischem Leben.

 

Interview

 

Was bedeutet der Konferenzclaim „Arbeitszeit ist Lebenszeit“ für Dein persönliches Leben?

Mein wahrhaftiges Leben findet nicht erst nach der täglichen Arbeit statt, sondern im Hier und Jetzt. Das ist für mich immer wieder auch eine Herausforderung und zugleich auch eine wundervolle Chance, bewusst im Prozess der Veränderung zu bleiben und mich weiter zu entwickeln. "Arbeitszeit ist Lebenszeit" ist ein wertvolles Maß der Orientierung, das nicht nur für das Arbeits-Leben gilt, sondern auf das Leben in seiner Ganzheit ausstrahlt.

 

2) Dein Berufswunsch als Kind? In welchen Beruf würdest Du heutzutage gern einmal hineinschauen (unabhängig von der Ausbildung / Möglichkeit)?

Als Kind wollte ich Schauspieler, Diplomat und auch Pastor werden, aber im Alter von 13 oder 14 war damals klar, dass ich Anwalt werde.

Heute erreicht und berührt mich - mehr denn je! -der Bereich des Mentalcoachings und der alternativen Heilmöglichkeiten – und ich habe bereits vor längerer Zeit begonnen, diese Bereiche und diese Ebenen zu betrachten und in mein ganzes Leben zu integrieren.

 

3) Wie sorgst Du für Erholungs- oder Entspannungspausen an Deinem (Arbeits)Tag oder in anstrengenden Arbeitswochen?

Ich mache – immer noch viel zu wenig - zwischendurch Erdungs- und Atemübungen. Oder ich stelle mich einfach ans Fenster, schaue auf das Wasser und halte ganz bewusst inne.  Ich schaue bewusst auf alle Situationen: Was mache ich gerade? Was ist die Bedeutung hinter der jeweiligen Situation und was darf ich daraus erfahren? Ich wandle Situationen immer wieder durch klar gefasste und positive Absichten um. All dies geschieht mit der Erkenntnis, dass wir aus allem etwas lernen sollen und dürfen und dass wir mit unseren Gedanken die Wirklichkeit gestalten. 

 

4) welche Werte machen für Dich eine positive Unternehmenskultur aus?

Ich habe die Vision, dass Menschen in ihrer Einzigartigkeit, in ihrem Sein (so wie sie sind) und Anders-Sein gesehen und gelassen werden und einander achtsam, wertschätzend, auf Augenhöhe begegnen – und all dies in einem toleranten, bewussten und wertschätzenden Dialog stattfindet.
 
Ich habe die Vision, dass in Unternehmen in einem ständigen Prozess ein Austausch an Erfahrungen und Wissen erfolgt. So wird Hand in Hand in Gemeinschaft gearbeitet. Es wird ein Nährboden für neue Zusammenhänge und ganzheitliche Ansätze geschaffen. Persönliche Potentiale können gesehen und weiter entwickelt werden. Dann wird der Arbeitsplatz auch zum persönlichen Platz des Lebens. Dann steht der Erfolg des Unternehmens in Relation zur Zufriedenheit der Mitarbeiter. Und das ist dann auch im Umgang mit Geschäftspartnern wahrnehmbar.